Korridorpension

Unter bestimmten Voraussetzungen eignet sich dieses Pensionsmodell für einen früheren Austritt aus dem regulären Arbeitsleben. Diese Regelung wurde geschaffen, da die sogenannte Frühpension durch die Pensionsharmonisierung aus dem Jahr 2005 schrittweise abgeschafft wurde. Mit dem aktuellen Jahr 2017 wird das alte Modell verabschiedet. Trotzdem soll Männern und ab dem Jahr 2028 auch Frauen ein früherer Pensionsantritt mit geringfügigen Nachteilen ermöglicht werden. Eine Möglichkeit für einen frühzeitigen Antritt nennt sich eben Korridorpension. Weitere Alternativen wären die Hacklerregelung, die Invalidenpension, die Schwerarbeiterpension oder ein Antritt wegen extrem langer Versicherungsdauer. In diesem Beitrag widmen wir uns nur dem Korridor bis zur eigentlichen Pension, da es auch dabei genug zu beachten gibt.

Hinweis: Die Hacklerregelung gilt für Männer, die vor dem 1. Jänner 1954 geboren und wurden und 540 Beitragsmonate in einer Pflichtversicherung besitzen. In manchen Einzelfällen kann es besser sein auf dieses Modell zurück zu greifen, als den Korridor zu nutzen. Diese Option muss im Einzelfall geprüft werden, läuft jedoch auch schrittweise aus, da die „langen Versicherungszeiten“ in die Korridorpension übernommen werden.

Welche wichtigen Daten sind bei diesem Pensionsmodell zu beachten?

Zuerst muss das Geburtsdatum beachtet werden. Für alle Männer, die vor dem 1. Jänner 1955 geboren wurden, kann der Korridor von besonderem Interesse sein, da ihr reguläres Antrittsalter höher als 62 Jahre ist. Inwiefern diese Altersgrenze bedeutend ist, werden wir noch genauer erklären, wenn es um die Korridorpension Bedingungen geht. Für alle anderen Menschen, die nach diesem Datum geboren wurden, gilt der Korridor zwar grundsätzlich auch, aber Frauen genießen noch eine Gnadenfrist, denn erst ab 2028 erlangt die Altersgrenze für sie Bedeutung. Bis dahin können sie auch regulär früher, nämlich mit 60 Jahren, in Pension gehen.

Hinweis: Für alle Personen, die nach dem Stichtag im Jahr 1955 geboren wurden, schränken sich die Möglichkeiten des früheren Pensionsantritts auf Schwerarbeit, Invalidität und Korridor ein.

Besonders wichtig ist auch noch der Stichtag des 1. Jänners 2005. Alle Menschen, die erst nach diesem Tag begannen Versicherungszeiten in einer Pflichtversicherung zu sammeln, fallen gänzlich unter das neue Allgemeine Pensionsgesetz. In erster Linie bedeutet dies eine direkte Harmonisierung ohne jegliche Übergangsfristen. Durch diese Pensionsharmonisierung sollen die jeweiligen Beiträge, die von Angestellten, Arbeitern, Selbstständigen und Bauern in die jeweiligen Pensionskassen bzw. Vorsorgekassen eingezahlt werden, zu möglichst identischen Erträgen führen. Doch neben diesen Grenzdaten müssen noch einige weitere Aspekte für dieses Pensionsmodell beachtet werden.

Wie funktioniert die Korridorpension?

Die Korridorpension kann ab dem 62. Lebensjahr genutzt werden.

Die Korridorpension kann ab dem 62. Lebensjahr genutzt werden.

Wenn gemäß des Geburtsdatums dieses Modell für die Pension in Frage kommt, dann kann ab dem 62. Lebensjahr und bei ausreichend Versicherungszeiten in Korridorpension gegangen werden. Da in der neuen Gesetzgebung ein Regelpensionsalter von 65 Jahren für Männer und Frauen vorgesehen ist, kann 3 Jahre früher der Korridor genutzt werden. Selbstverständlich ist dieser frühere Pensionseintritt mit Abschlägen verbunden und eine Mindestanzahl an Versicherungsmonaten muss sich auf dem eigenen Pensionskonto befinden, damit diese Option besteht. Die jeweilige Anzahl der Monate ist mit der ehemals „langen Versicherungsdauer“ gleichzusetzen. Die Staffelung sieht je nach Zeitpunkt des Stichtages folgendermaßen aus:

  • 2013 → 456 Monate oder 38 Jahre
  • 2014 → 462 Monate oder 38,5 Jahre
  • 2015 → 468 Monate oder 39 Jahre
  • 2016 → 474 Monate oder 39,5 Jahre
  • 2017 → 480 Monate oder 40 Jahre

Das Jahr und die notwendigen Beiträge beziehen sich nicht auf den eigentlichen Antritt, sondern viel eher auf den Stichtag des ersten Anspruchsdatums. Sollte dies mit dem 62. Lebensjahr im Jahr 2015 liegen und der Angestellte sich dazu entscheiden, doch noch weiter zu arbeiten, dann bleibt die Zahl der Mindestbeiträge trotzdem bei 468 Monaten in einer Pflichtversicherung.

Hinweis: Frauen dürfen bis zum Jahr 2028 noch mit 60 Jahren die reguläre Pension antreten. Die Korridorpension und die zugehörige Dauer bzw. die Beitragsmonate werden erst ab diesem Zeitpunkt für das schöne Geschlecht interessant.

Wie wird die Korridorpension berechnet?

Wer sich einen früheren Pensionsantritt wünscht, der muss selbstverständlich mit Abschlägen rechnen. Umgekehrt können durch längere Arbeitszeiten in diesem Modell auch Zuschläge zur verdienten Pension entstehen. Für jedes Jahr in dem früher zum Ruhestand angetreten wird, wird der Anspruch um 5,1 Prozent verringert. Gesamt kann so maximal ein Abschlag von 15,3 Prozent entstehen, da mit 62 Jahren 3 Jahre früher angetreten wird. Für jeden Monat werden 0,425 % abgeschlagen.

Wenn jedoch bis zum 68. Lebensjahr gearbeitet wird, dann werden pro Zusatzjahr 4,2 Prozent aufgeschlagen. Bei den gesamten 3 Zusatzjahren kann so ein attraktiver Bonus von 12,6 Prozent entstehen, der die Rente noch zusätzlich versüßt. Es gibt aber noch mehr bei diesem Pensionsmodell zu beachten.

Welche Zusatzbedingungen könnten noch interessant sein?

Bis zu einer gewissen Grenze kann in der Korridorpension gearbeitet werden.

Bis zu einer gewissen Grenze kann in der Korridorpension gearbeitet werden. (c)Bigstockphoto.com/136635482/Rido81

Je nach individueller Situation könnten noch einige Zusatzbedingungen bei diesem Pensionsmodell von Interesse sein. Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar während einer Arbeitslosigkeit die letzten Beitragsmonate für die Korridorpension ab 62 gesammelt werden:

  • Das letzte Dienstverhältnis wurde nicht selbst beendet
  • oder eine Beendigung wurde angestrebt bzw. verschuldet.
  • Die Voraussetzungen bzw. notwendigen Beiträge liegen noch nicht vor
  • und das Arbeitslosengeld wird nicht länger als ein Jahr bezogen.

Neben der Arbeitslosigkeit kann auch eine Fortsetzung der Erwerbstätigkeit unter der Geringfügigkeitsgrenze sehr spannend für die Korridorpension sein. Sofern mit dem Zusatzverdienst zur Pension diese Grenze, welche jährlich festgesetzt wird, nicht überschritten wird, steht nichts einer kleinen Zusatztätigkeit im Wege. Im Jahr 2017 würde diese Grenze 425,70 Euro pro Monat betragen. Außerdem darf ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt werden, sofern dessen Einheitswert die Grenze von 2.400 Euro nicht übersteigt.

Hinweis: Diese Verdienstgrenzen gelten nur für die Korridorpension selbst. Wie in der Presse des Öfteren berichtet wird, kann in der eigentlichen Alterspension unbegrenzt dazu verdient werden.

Weiterführende Informationen

http://www.salzburg.com/nachrichten/rubriken/bestestellen/karriere-nachrichten/sn/artikel/was-darf-man-in-der-pension-dazuverdienen-159595/
https://kurier.at/wirtschaft/anspruch-auf-vorzeitige-pension-ist-kein-kuendigungsgrund/222.976.648

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4.5/5]

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