Die Kfz Haftpflichtversicherung

Die Kfz Haftpflichtversicherung ist in Österreich und zahlreichen anderen europäischen Ländern eine der wenigen privaten Pflichtversicherungen, die sämtliche Halter eines Kraftfahrzeuges abschließen müssen. Während Kasko- und andere Autoversicherungen auf rein freiwilliger Basis abgeschlossen werden können, ist die Kfz Haftpflichtversicherung eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Versicherungsart. Es soll nämlich gewährleistet werden, dass Geschädigte ihre berechtigten Ansprüche, meistens in Form von Schadenersatz, nicht nur anmelden, sondern in der Praxis auch durchsetzen können.

 

Die Leistungen der Kfz Haftpflichtversicherung

Es gibt im Wesentlichen zwei Leistungen, die jede Kfz Haftpflichtversicherung beinhaltet. Die erste Leistung besteht darin, angemeldete Ansprüche auf ihre Berechtigung zu überprüfen. In aller Regel wird sich der Unfallgegner des Versicherten melden, da er der Meinung ist, dass der Versicherungsnehmer an seinem Fahrzeug oder an einer Person schuldhaft einen Schaden im Verkehr verursacht hat. Die Kfz Haftpflicht hat dann die Aufgabe zu überprüfen, ob dem tatsächlich so ist und eine Leistungspflicht besteht.

Autounfall

Sollte dies der Fall sein, kommt die zweite Leistung zum Tragen, nämlich die Schadensregulierung. Dabei spielt ausschließlich das sogenannte Außenverhältnis zwischen der Versicherung und dem Geschädigten eine Rolle. Selbst dann, wenn der Versicherer der Meinung ist, dass der Versicherungsnehmer den Schaden vorsätzlich herbeigeführt hat, muss er gegenüber dem Geschädigten Schadenersatz leisten. Allerdings bestehen in diesem Fall natürlich das Recht und auch die Pflicht, den Versicherten in Regress zu nehmen und sich die geleistete Schadenssumme zurückzuholen.

Welche Fälle deckt die Kfz Haftpflichtversicherung?

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Voraussetzungen bzw. Verschuldungsvarianten, die gegenüber dem Geschädigten zu einer Leistungspflicht führen:

  • einfache Fahrlässigkeit
  • grobe Fahrlässigkeit
  • bewusste Schadensherbeiführung / Vorsatz

Was das Innenverhältnis zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer angeht, so besteht eine Absicherung immer bei leichter bzw. einfacher Fahrlässigkeit. Bei grober Fahrlässigkeit kommt es bereits darauf an, wie der Versicherer ein solches Vorgehen handhabt und was in den jeweiligen Bedingungen steht. Es kann sein, dass auch Schäden aufgrund grober Fahrlässigkeit reguliert werden bzw. der Versicherungsnehmer nicht in Regress genommen wird. Es kann aber auch passieren, dass sich der Versicherer an den Kunden hält und den gesamten Schaden oder einen Teil davon zurückfordert.

Versicherungssumme bei der Kfz Haftpflichtversicherung

Ein ganz wichtiger Punkt ist im Zusammenhang mit der Kfz Haftpflichtversicherung, dass ausreichende Deckungssummen vereinbart werden. Die drei folgenden Schadensarten gilt es, durch die entsprechende Deckungssumme abzusichern:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

Bei Personen- und Sachschäden ist es ganz besonders wichtig, möglichst hohe Deckungssummen zu wählen. In Österreich wird in dem Zusammenhang empfohlen, mindestens eine Deckungssumme von fünf Millionen Euro zu vereinbaren. Noch besser sind natürlich zehn Millionen Euro oder gar eine unbegrenzte Deckung für Personen- und Sachschäden. Bei Vermögensschäden kann die Deckungssumme demgegenüber durchaus deutlich geringer sein, sodass Experten hier von 100.000 Euro als ausreichende Absicherung ausgehen.

KFZ Versicherung

Einflussfaktoren auf die Versicherungsprämie

Wenn man sich einmal anschaut, was die unterschiedlichen Kfz-Halter an Prämie zur Kfz Haftpflicht zahlen, dann wird man schnell feststellen, dass es dort erhebliche Unterschiede gibt. Dies hat unter anderem auch damit zu tun, dass es zahlreiche Faktoren gibt, die sich letztendlich auf die Beitragshöhe auswirken können. Im Folgenden sind nur einige der möglichen Einflussfaktoren genannt, die sich positiv oder negativ auf die Prämie auswirken können:

  • Schadenfreiheitsklasse / Schadenfreiheitsrabatt
  • Typklasse
  • Regionalklasse
  • Alter des Fahrers
  • jährliche Kilometerleistung
  • Anzahl der gewöhnlichen Fahrer
  • nächtlicher Abstellort des Autos

Zwei bekannte Einflussfaktoren, die bei jeder Kfz Haftpflichtversicherung eine Rolle spielen, sind zum einen die Typklasse und zum anderen die Regionalklasse. Alle Fahrzeuge, die am Markt angeboten werden, werden seitens der Versicherer bestimmten Typklassen zugeordnet. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Typklassen besteht insbesondere darin, wie häufig das jeweilige Fahrzeugmodell von gemeldeten Schäden betroffen ist. Umso öfter dies der Fall ist, umso größer ist natürlich für den Versicherer das Schadensrisiko, sodass der Beitrag gegenüber einem Fahrzeug, welches in einer Typklasse mit relativ wenig Schäden eingeordnet wird, zum Teil deutlich höher sein kann. Auf einer ähnlichen Grundlage basiert die Regionalklasse, denn hier wird nach dem Zulassungsort unterteilt. Statistisch betrachtet ist es so, dass es in manchen Regionen Deutschlands wesentlich häufiger zu Schadensfällen als in anderen Gebieten kommt. Daher machen die Versicherer auch in diesem Bereich eine Differenzierung, um eine möglichst gute Kostenquote durch die Beiträge zu erreichen.

Neben der Regional- und der Typklasse gibt es noch zahlreiche weitere Faktoren, die auch als sogenannte weiche Kriterien bezeichnet werden. Dazu gehört beispielsweise das Alter des Fahrers, welches sich bei den Versicherungen in Österreich oftmals auf dem Beitrag auswirkt. Insbesondere Kfz-Halter unter 25 Jahren müssen mit einem höheren Beitrag rechnen. Wer über viele Jahre hinweg unfall- bzw. schadenfrei unterwegs ist, der wird durch einen sogenannten Schadenfreiheitsrabatt belohnt. Dieser wirkt sich erheblich auf dem Beitrag aus, sodass es beispielsweise nach etwa 20 Jahren Fahrpraxis ohne Unfall möglich ist, den Beitrag gegenüber dem Normalbeitrag um über 50 Prozent zu reduzieren.

Eine Selbstbeteiligung, durch die der Beitrag eventuell auch reduziert werden könnte, gibt es im Bereich der Kfz Haftpflichtversicherung übrigens nicht. Ein derartiger Selbstbehalt ist lediglich bei der Teil- oder Vollkaskoversicherung üblich.

Fazit zur Kfz Haftpflichtversicherung

Dass es sich bei der Kfz Haftpflichtversicherung um eine sehr sinnvolle Versicherung handelt, ist definitiv unbestritten. Über den Sinn und Zweck muss ohnehin nicht weiter diskutiert werden, da es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung handelt. Achten sollten Verbraucher bei Abschluss der Versicherung auf eine ausreichende Deckungssumme und auf einige Kriterien, die sich auf den Beitrag auswirken und vom Versicherer zum Teil beeinflusst werden können.
Weitere Informationen finden Sie in der Kategorie Auto Versicherungen.

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