Die KFZ-Unfallversicherung

Die Kfz-Unfallversicherung ist eine spezielle private Versicherung und den meisten Verbrauchern wahrscheinlich besser unter der Bezeichnung Insassenunfallversicherung bekannt. Da es auch in Österreich jährlich zu vielen Tausend Verkehrsunfällen kommt, die teilweise mit größeren Verletzungen der betroffenen Autofahrer enden, kann der Abschluss einer derartigen Autoversicherung durchaus sinnvoll sein. Allerdings gibt es insbesondere bezüglich dieser Versicherungsart auch heftige Kritik, denn nicht wenige Experten halten die Insassenunfallversicherung schlichtweg in vielen Fällen für überflüssig. Damit sich jeder Verbraucher bezüglich dieser Frage sein eigenes Urteil bilden kann, ist es wichtig, sich mit den Eigenschaften, den Leistungen sowie den Vor- und Nachteilen dieser Autoversicherung auseinanderzusetzen.

 

Merkmale und Leistungen der Kfz-Unfallversicherung

Die wesentliche Aufgabe der Insassenunfallversicherung besteht darin, eine gewisse Versicherungssumme zu zahlen, falls die Insassen eines Fahrzeuges durch einen Unfall zu Schaden kommen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Versicherung wirklich nur dann Schutz bietet, falls sich der Unfall im Straßenverkehr und während der Nutzung bzw. der Mitfahrt in einem Fahrzeug ereignet hat. Alle sonstigen Unfälle, die außerhalb des Straßenverkehrs passieren, werden von dieser speziellen Versicherung nicht übernommen.

Grundsätzlich gibt es im Zuge dieser Versicherung zwei Systeme, nämlich das sogenannte Platzsystem sowie das Pauschalsystem. In den meisten Fällen wird heutzutage auch in Österreich das Pauschalsystem genutzt. Dies beinhaltet, dass alle Sitzplätze im Fahrzeug gleichermaßen versichert sind, sodass es keine Trennung zwischen Fahrer, Beifahrer und Mitfahrern auf der Rückbank gibt. Beim Platzsystem wäre es hingegen möglich, jeden einzelnen Sitzplatz mit einer anderen Versicherungssumme abzusichern. Typisch ist bei dieser Versicherung also, dass alle Sitzplätze im Fahrzeug mit der gleichen Versicherungssumme ausgestattet sind.

Autounfall

In welchen Fällen zahlt die Kfz-Unfallversicherung?

Natürlich gibt es für die Leistungspflicht der Insassenunfallversicherung einige Voraussetzungen, denn nicht in jedem Fall besteht Versicherungsschutz. Die folgenden Fälle zeigen, in welchen Situationen die Insassenunfallversicherung Kosten übernimmt:

  • Unfallverursacher begeht Fahrerflucht oder kann nicht ermittelt werden
  • Verursacher des Unfalls ist ein Fußgänger, der keine Privathaftpflichtversicherung hat
  • der Unfall passiert im Ausland und der Verursacher hat keine ausreichende Deckungssumme bei seiner Kfz-Haftpflichtversicherung

Auch wenn es einige Fälle gibt, in denen die Insassenunfallversicherung Schutz bietet, so kann es durchaus nicht selten zu einer Überversicherung kommen. Der Grund ist einfach der, dass diverse Gefahren, die mit der Insassenunfallversicherung abgedeckt werden, bereits durch andere Versicherungsvarianten abgedeckt sind. Insbesondere deshalb kommt auch die Kritik zustande, da es nicht wenige Experten gibt, die diese spezielle Versicherung für überflüssig halten.

Wann ist die Insassenunfallversicherung nicht sinnvoll?

Die Unfallversicherung für das Auto hat vor allen Dingen deshalb bei zahlreichen Experten keinen guten Ruf, weil der Versicherungsschutz häufig bereits über eine andere Versicherung besteht. Dies führt dazu, dass es nur noch vergleichsweise selten zu Situationen kommt, in denen diese Versicherung wirklich sinnvoll ist. Es sind im Wesentlichen die folgenden Fälle, bei denen der entstandene Schaden bereits durch eine andere Versicherung reguliert wird, sodass eine der beiden Versicherungen in diesem Sinne überflüssig ist. Dies trifft beispielsweise in den nachfolgend genannten Situationen zu:

  • Unfall wird durch anderen Autofahrer verursacht: In diesem Fall zahlt dessen gesetzliche Kfz-Haftpflichtversicherung alle Schäden inkl. eventuellem Schmerzensgeld
  • Insassen besitzen bereits eine private Unfallversicherung, sodass diese entstandene Schäden reguliert
  • ein Insasse wird aufgrund des Unfalls berufsunfähig, ist aber bereits durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert
  • der Fahrer des Autos verursacht den Unfall schuldhaft, sodass dessen Kfz-Haftpflichtversicherung auch für die Entschädigung der sonstigen Insassen verantwortlich ist

Wie sich an den zuvor genannten Beispielen erkennen lässt, trifft es statistisch sicherlich in über 70 Prozent aller Unfälle zu, dass die Insassenunfallversicherung entweder zu einer Überversicherung führt oder es andere Varianten gibt, welche die entstandenen Schäden bereits regulieren. Wer beispielsweise bereits eine private Versicherung besitzt, der benötigt im Grunde nicht zusätzlich noch eine Insassenunfallversicherung. Denn über die private Variante sind bereits sämtliche Schäden abgesichert, die sich durch einen Unfall ereignen können. Da diese Versicherung weltweit und zu jedem Zeitpunkt gibt, tritt die Leistungspflicht der privaten Versicherung natürlich auch dann ein, wenn man sich als Insasse eines Fahrzeuges durch einen Unfall verletzt und möglicherweise dauerhafte Gesundheitsschäden die Folge sind.

KFZ Unfallversicherung

Fazit zur Kfz-Unfallversicherung

Sinnvoll kann die Unfallversicherung für das Auto dann sein, wenn noch keine derartige private Versicherung vorhanden ist und man auch die im ersten Abschnitt genannten Fälle absichern möchte, in denen keine andere Versicherung für die Schadensregulierung zuständig ist. Schaut man sich allerdings die Kosten an, so kommen zahlreiche Experten zu der Erkenntnis, dass sich der Abschluss einer Insassenunfallversicherung als zusätzliche Versicherung in den meisten Fällen nicht rentiert. Letztendlich muss aber natürlich jeder Verbraucher selbst entscheiden, wie hoch sein Sicherheitsbedürfnis ist und ob er sich trotz der Nachteile für diese für die Kfz-Unfallversicherung entscheiden möchte.Weitere Informationen finden Sie in der Kategorie KFZ – Versicherungen.

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