Die Lebensversicherung

Einige Millionen Bürger in Österreich besitzen eine Lebensversicherung, die oftmals eine sinnvolle Aufgabe erfüllen kann. Trotzdem handelt es sich definitiv um eine Versicherungsart, die nicht für jeden Verbraucher geeignet ist. Sinnvoll ist die Lebensversicherung nahezu ausschließlich für solche Personen, die Familienangehörige haben und diese im Fall des eigenen Todes finanziell absichern möchten. Zwar können natürlich auch Alleinstehende diese Versicherungsform nutzen, nur macht dies wenig Sinn, da der Todesfallschutz für die Hinterbliebenen den wesentlichen Inhalt einer solchen Versicherung darstellt. Daher wird die Versicherung auch oftmals Ablebensversicherung genannt. Wichtig ist, dass diese in zwei große Gruppen eingeteilt wird, nämlich zum einen in die Risikolebensversicherung und zum anderen in die Kapitallebensversicherung.

 

Die Risikolebensversicherung

Ob eine Person sich für eine Risiko- oder eine Kapitallebensversicherung entscheidet, hängt in erster Linie davon ab, zu welcher Versicherungsschutz im Detail gebraucht wird. Wer ausschließlich den zur Verfügung gestellten Todesfall nutzen möchte, als Absicherung für den Partner und die eigene Familie, für den ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung optimal. Wer hingegen neben dem Todesfallschutz ein Produkt sucht, mit dem er gleichzeitig im Erlebensfall Kapital aufbauen möchte, für den ist das Abschließen einer Kapitallebensversicherung zu empfehlen. Der wesentliche Unterschied der Lebensversicherung besteht also ganz einfach darin, dass die Risikolebensversicherung ausschließlich einen Todesfallschutz bietet, während die Kapitallebensversicherung gleichzeitig zum Vermögensaufbau und häufig auch zum Aufbau einer privaten Vorsorge dient.

Die Risikolebensversicherung beinhaltet daraus resultierend nur eine Leistung, nämlich die vereinbarte Versicherungssumme für den Fall auszuzahlen, dass der Versicherungsnehmer stirbt. Dies gilt natürlich nur für den Fall, wenn der Todesfall innerhalb der Laufzeit der Versicherung eintritt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die meisten Versicherungsgesellschaften zunächst ausschließlich dann die Versicherungssumme auszahlen, falls es sich um einen natürlichen Tod handelt. Bei Selbstmord schließen nahezu alle Versicherer die Leistung aus, während es bei Mord oftmals abzuwarten gilt, was die Untersuchungen der Mordkommission ergeben. Sollte sich der Begünstigte als Mörder herausstellen, wird die Leistung natürlich ebenfalls nicht erbracht.

Lebensversicherung

Die Höhe der Versicherungssumme kann vom Versicherten bei der Risikolebensversicherung frei gewählt werden. Es sollte allerdings bedacht werden, dass die abzusichern Angehörigen mit dem Geld teilweise viele Jahre leben müssen, falls es sich beim Versicherten um den Hauptverdiener handelte. In diesem Fall muss nämlich der Wegfall des Einkommens kompensiert werden. Sind zudem noch Kreditschulden zu zahlen, wird die ausgezahlte Versicherungssumme oftmals auch noch zur Tilgung des Darlehens benötigt. Daher ist es durchaus empfehlenswert, eine Versicherungssumme zwischen 100.000 und 200.000€ zu wählen.

Die Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung bietet ebenfalls den Todesfallschutz, der bereits in der Risikolebensversicherung enthalten ist. Darüber hinaus ist es gleichzeitig möglich, durch diese Versicherung nach und nach ein Vermögen aufzubauen. Wird der Vertrag fällig, so erhält der Versicherte das eingezahlte Geld plus eine gewisse Rendite in einer Summe ausgezahlt. Hier liegt auch ein großer Unterschied zu einem ganz ähnlichen Produkt, nämlich zur privaten Rentenversicherung, denn hier findet die Auszahlung der Rente auf monatlicher Basis statt.

Die Kapitallebensversicherung wird in verschiedenen Varianten angeboten, nämlich als:

Die klassische Kapitallebensversicherung

Die klassische Kapitallebensversicherung ist die Versicherung, welche die meisten Verbraucher in Österreich abgeschlossen haben. Bei der klassischen Kapitallebensversicherung gibt es natürlich zum einen die Versicherungssumme, die im Todesfall ausgezahlt wird. Zum anderen existiert die Kapitalsumme, die im Erlebensfall zur Auszahlung kommt. Die Prämie, die der Versicherte im Laufe der vielen Jahre zahlt, lassen sich in drei Teile gliedern. Die Versicherungsgesellschaft verwendet die Beiträge nämlich zum einen als Risikoprämie, als Ausgleich für den Verwaltungsaufwand sowie als Sparanteil. Es existieren demnach bei der klassischen Kapitallebensversicherung ein Risiko-, ein Kosten- und ein Sparanteil.

Interessant ist für den Versicherungsnehmer natürlich in erster Linie der Sparanteil, denn dieser ist der Teil des Geldes, der vom Versicherer in bestimmte Kapitalanlagen investiert wird und zum Vermögensaufbau dient. Das wesentliche Merkmal der klassischen Variante besteht darin, dass die Versicherer nur relativ sichere Finanzprodukte verwenden dürfen. Dazu gehören in erster Linie Geldmarktpapiere und Anleihen, die von sicheren Emittenten emittiert werden. Demzufolge handelt sich bei der klassischen Kapitallebensversicherung zwar um eine sehr sichere Variante, deren Rendite allerdings insbesondere aufgrund der niedrigen Leitzinsen in den vergangenen Jahren nicht mehr besonders attraktiv ist.

Die fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Ablebensversicherung ist eine Variante, die sich in erster Linie dadurch von der klassischen Kapitallebensversicherung unterscheidet, dass die Prämie der Versicherungsnehmer nicht in Geldmarktpapiere und Anleihen investiert werden. Stattdessen sind es nahezu ausschließlich Fonds, in welche die Versicherungsgesellschaft die Beitragseinnahmen investiert. Dabei kann es sich sowohl um Renten- als auch um Aktienfonds handeln. Im Durchschnitt betrachtet ist mit der fondsgebundenen Variante normalerweise eine höhere Rendite als mit der klassischen Kapitallebensversicherung zu erzielen. Deshalb ist das Risiko ebenfalls etwas erhöht, auch wenn über die vielen Jahre hinweg davon auszugehen ist, dass der Anleger mindestens seine eingezahlten Beiträge bei Fälligkeit des Vertrages zurückerhält.

Die Britische Lebensversicherung

Die Britische Ablebensversicherung ist im deutschen Sprachraum noch nicht besonders weit verbreitet. Dies ist im Prinzip erstaunlich, denn diese Form bietet im langjährigen Durchschnitt betrachtet mit Abstand die beste Rendite. Der Unterschied zu den zwei zuvor genannten Varianten besteht wiederum darin, in welche Finanzprodukte die Versicherungsgesellschaft die Prämien der Kunden investiert. Bei der Britischen Lebensversicherung sind es nämlich nicht Anleihen, Geldmarktpapiere und Fonds, sondern der Lebensversicherer investiert die Beiträge der Kunden in erster Linie in Aktien. Da Aktien im Durchschnitt eine jährliche Rendite zwischen acht und zehn Prozent erzielen, ist der Ertrag bei dieser Variante besonders hoch, was aber natürlich auch für das Risiko gilt, welches höher als bei der klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherung ist.

Die Leistungen der Kapitallebensversicherung

Während sich die drei zuvor genannten Varianten nahezu ausschließlich darin unterscheiden, in welche Finanzprodukte der Versicherer die Beiträge des Kunden investiert, gibt es bezüglich der Leistungen und weiteren Merkmale der kapitalbildenden Lebensversicherung keine größere Unterschiede mehr zwischen den einzelnen Varianten. So ist beispielsweise jede Kapitallebensversicherung mit zwei Hauptleistungen ausgestattet.

Die erste Leistung besteht darin, dass die vereinbarte Versicherungssumme im Fall des Todes des Versicherungsnehmers an einen Begünstigten gezahlt wird. Die zweite Leistung besteht darin, dass das angesammelte Kapital mit Fälligkeit der Lebensversicherung an den Versicherungsnehmer ausgezahlt wird, falls dieser zu diesem Zeitpunkt noch lebt. Neben diesen Hauptleistungen können je nach Anbieter allerdings noch zusätzliche Leistungen in den Vertrag eingeschlossen werden. Daher soll die folgende Übersicht noch einmal zusammenfassen, welche Leistungen eine Kapitallebensversicherung grundsätzlich enthalten kann:

  • Auszahlung der Versicherungssumme im Todesfall
  • Kapitalauszahlung bei Vertragsfälligkeit
  • zusätzlicher Schutz gegen Berufsunfähigkeit
  • höhere Auszahlung bei Tod (Todesfallbonus)
  • optional erhöhte Todesfallsumme bei Unfalltod

Der Überschuss in der Kapitallebensversicherung

Wie zuvor bereits kurz erwähnt, wird der vom Versicherungsnehmer gezahlte Beitrag von der Versicherungsgesellschaft verwendet, um die entstehenden Kosten zu decken, das Risiko abzusichern und darüber hinaus Kapital zur Verfügung zu haben, welches in Finanzprodukte investiert werden kann. In Bezug auf den zu zahlenden Beitrag gibt es grundsätzlich drei Alternativen, auf welche Art und Weise vom Versicherer erzielten Überschüsse verwendet werden können:

  • Verrechnung der Überschüsse mit dem Beitrag
  • Erhöhung der Todesfallsumme (Todesfallbonus)
  • Ansammlung der Überschüsse

Kredit

Bei der Kapitallebensversicherung ist die mit Abstand häufigste Verwendung der Überschüsse die Ansammlung, sodass die gesamten Überschussanteile auf die vorhandene Kapitalsumme aufgeschlagen werden. Bei der Risikolebensversicherung ist es demgegenüber so, dass die Überschüsse in aller Regel dazu verwendet werden, um den monatlichen Beitrag zu reduzieren. Daher wird bei der Risikolebensversicherung oftmals auch von einem Brutto- sowie einem Nettobeitrag gesprochen.

Die Rendite der Kapitallebensversicherung

Eine wichtige Frage, die sich nahezu jeder Inhaber einer Kapitallebensversicherung stellt, ist die Frage nach der Rendite. Bei der klassischen Kapitallebensversicherung ist es so, dass der Ertrag aus zwei Komponenten besteht, nämlich aus den Garantiezinsen sowie aus den Überschussanteilen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei den Garantiezinsen um einen fest zugesagten und von der Versicherungsgesellschaft garantierten Mindestertrag, der allerdings aktuell nur noch bei 1,00 Prozent liegt. Im kommenden Jahr (2017) sollen die Garantiezinsen sogar auf 0,50 Prozent gesenkt werden.

Den wesentlich größeren Anteil an der Gesamtrendite, die bei einer aktuell neu abgeschlossen Kapitallebensversicherung in der klassischen Variante meistens zwischen drei und vier Prozent beträgt, hat jedoch die Überschussbeteiligung. Die Überschüsse erwirbt die Versicherungsgesellschaft aus den Erträgen, die für die genutzten Kapitalanlagen gutgeschrieben werden. Allerdings sind auch die Überschussanteile in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, was einfach an den sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen liegt, die sich auf Basis des geringen Leitzinssatzes ergeben. Darüber hinaus muss der Inhaber der Kapitallebensversicherung wissen, dass die Überschussanteile in keiner Weise garantiert sind, sodass deren Höhe nur kalkuliert, aber niemals fest zugesagt werden kann.

Wer die Kapitallebensversicherung übrigens zum regelmäßigen Vermögensaufbau sowie zur späteren Altersvorsorge nutzen möchte, der muss wissen, dass die in Deutschland gezahlte Riester-Förderung nicht eingebunden werden kann. Es handelt sich bei der Lebensversicherung nämlich um ein nicht riesterfähiges Produkt. Dieser Fakt ist vielleicht auch für einige in Österreich lebende Menschen von Bedeutung, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben oder sich nur teilweise im Alpenland aufhalten.

Fazit zur Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung ist sicherlich kein einfaches Versicherungsprodukt, was unter anderem daran liegt, dass es verschiedene Varianten gibt. Zunächst einmal sollten sich Verbraucher daher entscheiden, ob sie die Versicherung nur zum Todesfallschutz oder auch zum Vermögensaufbau nutzen möchten. Ist Letzteres der Fall, so gilt es eine weitere Entscheidung zu treffen, nämlich ob man sich für eine sehr sichere klassische Kapitallebensversicherung, für eine fondsgebundene Lebensversicherung oder für die Britische Lebensversicherung entscheidet, die durchschnittlich mit der besten Rendite ausgestattet ist. Nutzt man die Versicherung auch zum Vermögensaufbau, so stellt sie eine gute Möglichkeit für die Pensionsvorsorge dar. Natürlich ist es auch möglich, Todesfallschutz und Vermögensaufbau auf andere Art und Weise zu kombinieren, indem man sich beispielsweise für eine Risikolebensversicherung und zudem für eine private Rentenversicherung oder einen Fondssparplan entscheidet. Generell kann nicht von den Lebensversicherungen gesprochen werden, da es unter ihnen größere Unterschiede gibt.

Weiterführende Beiträge

Die Kreditversicherung kann als Lebensversicherung für Betriebe angesehen werden. Sie verhindert dass ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss, wenn eine größere Zahlung nicht eingeht.

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4/5]