Die Private Rentenversicherung

Parteien und Medien warnen immer wieder davon, dass die erste Säule der Altersvorsorge zunehmend schwächer wird. Die gesetzliche Absicherung der Pension wird durch die Umstülpung der Alterspyramide zunehmend erschwert. Aus diesem Grund wird die betriebliche Vorsorge ständig reformiert. Die zunehmende Anzahl der EPUs und Kleinstunternehmer kann jedoch nur in eingeschränktem Maße und durch steuerliche Tricks von einer betrieblichen Altersvorsorge profitieren. Das führt uns direkt zur dritten Säule der Vorsorge, nämlich der privaten Rentenversicherung. In Deutschland ist dieser Teil schon seit langem von hoher Bedeutung und auch in Österreich wird sich der Wohlstand im Alter bald nur mehr über diese Versicherungen garantieren lassen. Leider existieren zahlreiche Fallstricke auf der Suche nach der passenden Versicherung.

Hinweis: In Österreich ist die Bezeichnung Pensionsversicherung bzw. Pensionsvorsorge eher verbreitet. In Deutschland wird ganz klar von der Rentenversicherung gesprochen.

Private Rentenversicherung: Wie hoch werden die Auszahlungen sein?

Für die Berechnung der Rentenversicherung müssen mehrere Faktoren beachtet werden

Für die Berechnung der Rentenversicherung müssen mehrere Faktoren beachtet werden (c) Bigstockphoto.com/156081575/phenphayom


Diese Frage scheint dem Kunden im Hinblick auf seine Zukunft zuerst in den Sinn zu kommen. Pauschal lässt sie sich natürlich nicht beantworten. Schließlich beeinflussen mehrere Faktoren die späteren Zuwendungen aus der privaten Vorsorge:

  • Wird das Kapital einmalig oder als Rente ausgezahlt?
  • Welche Laufzeit wird für die Rente gewählt?
  • Wie lange wird in die private Rentenversicherung eingezahlt?
  • Wie viel wird monatlich in die Versicherung eingezahlt?

Tipp: Als Faustregel kann davon ausgegangen werden, dass pro Monat 1,5 des Wertes ausgezahlt wird, der in die Versicherung monatlich eingezahlt wurde. Dies gilt für die Auszahlungsform der Rente und über die Laufzeit hinweg, die eingezahlt wurde.

Welcher Unterschied besteht zwischen langfristigen Renten und einer einmaligen Auszahlung?

Die Bedeutung dieser Frage nimmt zunehmend ab, da sie sich auf die steuerliche Absetzbarkeit dieser Anlageform bezieht. Bei Verträgen, die nach dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen wurden, ist die private Rentenversicherung nicht mehr absetzbar. Früher konnten die Einzahlungen als Sonderausgaben bei der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. Nur wenn das Kapital später als einmaliger Betrag ausgezahlt wurde, mussten Steuern nachgezahlt werden. Bei neuen Vertragsabschlüssen muss darauf nicht mehr geachtet werden, da durch die Steuerreform 2016 diese Sonderausgabe entfällt. Das ist bestimmt eine der wichtigsten Rentenversicherung Änderungen 2017.

Hinweis: Von der KESt. sind die Erträge der Rentenversicherung weiterhin befreit. Dieser steuerliche Vorteil bleibt weiterhin bestehen. Diesem Bonus steht jedoch die Versicherungssteuer von aktuell 4 Prozent entgegen.

Wie lange soll die private Zusatzrente bezogen werden?

Die Laufzeit der Rentenversicherung sollte mit einem Versicherungsmakler beantwortet werden.

Die Laufzeit der Rentenversicherung sollte mit einem Versicherungsmakler beantwortet werden.


Diese Erwägung sollte zusammen mit dem Versicherungsmakler beantwortet werden. Der Experte kann gemäß der Laufzeit und der Höhe der Einzahlungen berechnen, welche Beträge für welchen Zeitraum ausgezahlt werden können. Entsprechend diesen Daten und der eigenen Lebenssituation lässt sich schnell eine Entscheidung treffen.

Die zwei Hauptoptionen sind eine Rente bis zum eigenen Lebensende und eine Rente, die auf 10 oder 20 Jahre begrenzt ist.

Tipp: Bei einer lebenslangen Rente gehen die Versicherungsgesellschaften von der durchschnittlichen Lebenserwartung von Mann und Frau aus. Wer erwartet deutlich länger auf dieser Welt zu verbleiben, der sollte diese Variante wählen. Im umgekehrten Fall ist eine Beschränkung besser, damit möglichst schnell das angesparte Vermögen wieder zurück ind ie eigene Tasche wandert.

Welche Laufzeiten sind vor Rentenantritt sinnvoll?

Zu dieser Frage existieren keine eindeutigen Antworten. Jeder Experte besitzt seine eigene fundierte Meinung zu diesem Thema. So wird der eigene Versicherungsberater eher hervorheben, dass bei einem möglichst frühen Abschluss die Prämien, verhältnismäßig zur späteren Zusatzpension, sehr gering ausfallen. Wer schon in seinen Zwanzigern eine Pensionsversicherung abschließt, wird die erwähnte Faustregel im positiven Sinne aushebeln. Der umgekehrte Fall wäre ein Abschluss nur 10 Jahre vor Pensionsantritt. In diesem Fall wird die Prämie sehr hoch sein. Der Normalfall ist ein Abschluss in den Dreißigern, eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahre und eine ebenso langer Genuss der Zusatzrente.

Hinweis: Eine sehr interessante Option ist eine Laufzeit von null mittels Einmalerlag. In diesen Situationen wird meist auf andere Weise Kapital angespart und dann direkt bei Pensionsantritt eine Rentenversicherung mit einer großen Einzahlungssumme abgeschlossen. Diese Variante hat durchaus ihre Vorteile.

Wie hoch sollte die monatliche Versicherungsprämie sein?

Schon die Überlegungen zur Laufzeit nehmen diese Frage teilweise vorweg. Natürlich sollten die monatlichen Zahlungen das Budget nicht übermäßig belasten. Dieser Faktor darf nicht ignoriert werden. Wer schon sehr früh eine entsprechende Police abschließt, der muss meist nur mit rund 50 Euro Prämie pro Monat rechnen. Im Durchschnitt legen Versicherungsnehmer jedoch eher 100 Euro monatlich für den schönen Lebensabend zurückgelegt.

Tipp: Es muss unbedingt bei Vertragsabschluss beachtet werden, dass eine temporäre Reduzierung oder Aussetzung der Einzahlungen möglich ist. Der Versicherungsnehmer kann sich in Zeiten der vorübergehenden Arbeitslosigkeit oft nicht den üblichen Monatsbeitrag leisten.

Welche Risiken und Nachteile sind vor Versicherungsabschluss zu beachten?

Beim Abschluss einer Rentenversicherung sollten mehrere Faktoren beachtet werden (c)Bigstockphoto.com/133986218/YakobchukOlena


All diesen Fragen, welche letztlich die Auszahlungen bestimmen, haben auch einen großen Einfluss auf die Sinnhaftigkeit der Rentenversicherungen. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor einigen Fehlern der Kunden und schlechten Konditionen.

Zuerst sollte das Timing des Vertragsabschlusses wohl überlegt sein. Der Versicherungsmakler möchte selbstverständlich so viele Abschlüsse wie möglich und drängt deshalb schon sehr früh auf die Altersvorsorge. Wenn jedoch wegen fehlendem Geld die Versicherung rückabgewickelt werden muss, dann entstehen dadurch empfindliche Verluste, die den Makler nicht mehr tangieren aber durchaus den Versicherungsnehmer.

Außerdem ist es sehr wichtig, dass der Versicherer einen Garantiezinssatz bietet. Dieser ehemalige Usus stirbt leider langsam aus. Immer weniger Anbieter versprechen zumindest eine gewisse Mindestrendite. Damit wird das Vermögen des Sparers ganz klar der Inflation ausgesetzt.

Hinweis: Mittels einer Indexanpassung kann diesem Risiko ein wenig entgegen gewirkt werden. Dadurch erhöhen sich jedoch die monatlichen Prämien sukzessive. Wem dadurch die Beträge zu hoch werden, muss auch eine Option haben, die Klausel aufzulösen.

Besonders stark weisen die Konsumentenschützer auf potentielle Alternativen hin. So sollten nicht nur die Tarife der Rentenversicherungen einem genauen Vergleich unterzogen, sondern ebenfalls andere Altersvorsorgen in diesen Vergleich miteinbezogen werden. Wer einen Transport von Punkt A nach Punkt B sucht, wird schließlich nicht nur die Preise für den Zug vergleichen. Die betroffene Person wird ebenfalls die Reise mittels Auto oder vielleicht sogar mittels Flugzeug erwägen.

Immer an die Rentenversicherung mit Einmalerlag denken

Diese Option bedeutet immer, dass bis zum Pensionsantritt andere Methoden zur Vermögensanhäufung in Frage kommen. Dies gilt vor allem auch für Selbstständige. So kann in Immobilien investiert werden, bis klar ist, dass aus dem Arbeitsleben ausgeschieden wird. Dann können die Immobilien verkauft werden und ein Einmalerlag in eine Rentenversicherung erfolgen.

Ganz ähnlich kann es auch mit jeder anderen Anlage in Aktien, Anleihen oder sonstige Wertpapiere bzw. Sparkonten erfolgen. Der große Vorteil in diesen Fällen ist die erhöhte Flexibilität, die bei einer längeren Laufzeit von 30 Jahren einfach ausbleibt. Diese Option darf in Sachen privater Rentenversicherung keinesfalls außer Acht gelassen werden.

Weiterführende Links

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161213_OTS0030/ak-studie-2-bei-rentenversicherungen-nichts-ueberstuerzen
http://diepresse.com/home/wirtschaft/verbraucher/5129783/Private-Vorsorge-fuer-Pension_Oesterreich-als-Negativbeispiel

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