Die Handyversicherung

Immer wenn ein neues Smartphone angeschafft wird, werden die Angestellten im Shop nicht müde, zwei Zusatzprodukte in die allerhöchsten Höhen zu loben. Ironischerweise haben beide Produkte mit der Sicherheit des neuen Geräts zu tun. Laut der Angestelltenmeinung muss unbedingt eine Schutzhülle gekauft und eine Handyversicherung abgeschlossen werden, denn doppelt hält einfach besser. Bei der Hülle handelt es sich um einen sehr günstigen Kauf, der kaum ein Fehler sein kann. Eine Versicherung kann sich hingegen zu einer großen Kostenfalle entwickeln, die möglicherweise erst nach langer Zeit gekündigt werden kann. Deshalb müssen Handyversicherungen sehr kritisch beäugt werden, bevor sie wegen der Freude über das neue Telefon überstürzt unterschrieben werden.

Was sind die Verkaufsargumente für diese Versicherung?

Auf den ersten Blick erscheint die Handyversicherung mehr als logisch. Das neue Handy erscheint gerade im Moment des Kaufs sehr verletzlich. Neuer und schöner als zu diesem Zeitpunkt wird es nicht mehr sein. Natürlich möchte der Kunde diesen Zustand möglichst lange erhalten und genau bei diesem Wunsch setzen gewitzte Verkäufer an. Sie führen die ganzen Gefahren dem stolzen Besitzer möglichst malerisch vor Augen. In einem unachtsamen Moment wird der Kaffee über das Gerät geschüttet, es fällt aus der Tasche oder wird mit krimineller Absicht heraus gezogen. All diese Szenarien klingen furchtbar und die Handyversicherung verspricht Rettung. Doch ist eine Handyversicherung bei genauerer Betrachtung, auf den zweiten Blick, wirklich sinnvoll? Letztlich lässt sich diese Frage nur durch eine Kosten/Nutzen Rechnung beantworten. Wie viel Schutz bekommt der Versicherungsnehmer für wie viel Geld?

Was ist bei der Handyversicherung zu beachten?

Versicherung abschließen

Die Versicherung kann auch nach dem Kauf eines Handys abgeschlossen werden.(c)Bigstockphoto.com/145188365/AntonioGuillem

Zuerst muss einmal klar sein, dass Handyversicherungen keinesfalls direkt vor Ort im Shop abgeschlossen werden müssen. Dies ist auch später, in aller Ruhe und nach einem ausführlichen Vergleich noch jederzeit möglich. Bei diesem Vergleich muss dann auf folgende Punkte geachtet werden:

  • Welche Schäden werden abgedeckt?
  • Wie schnell und was wird im Ernstfall geleistet?
  • Wie hoch ist die Prämie im Verhältnis zum Handywert?
  • Wie viel Selbstbehalt ist vorgesehen?
  • Mit welchen Fristen kann gekündigt werden?

Genau durch diese Fragen unterscheiden sich die einzelnen Anbieter und die Verbraucherschützer analysieren diese Kriterien mit durchaus kritischen Ergebnissen. In unserer Betrachtung der verschiedenen Tarife folgen wir einer ähnlichen Methodik wie die Konsumentenschützer. Wir sehen uns die einzelnen Vertragspunkte an und zeigen die üblichen Klauseln auf.

Hinweis: Bei der Frage, wie schnell die Handyversicherung leistet, geht es um die Wartezeit nach Abschluss. Wie schnell tritt der Schutz in Kraft? Leider sind 30 Tage Wartezeit in so manchen Vertrag vorgesehen.

Wie kann die Preisgestaltung bei der Handyversicherung aussehen?

In dieser Hinsicht können zwei unterschiedliche Vorgehensweise unterschieden werden. Manche Versicherer verrechnen einfach einen pauschalen Preis, der unabhängig vom Wert des Handys ist. Die Alternative wäre eine Abstufung je nach Wert des versicherten Gegenstandes. Bei dieser Variante können die Unterschiede bei der Jahresprämie 70 Euro zwischen unterster und oberster Preisklasse ausmachen. Gerade wer günstige Telefone verwendet, sollte die zweite Variante wählen.

Hinweis: Die jährlichen Versicherungsprämien bewegen sich in Bandbreiten zwischen 36 und circa 130 Euro pro Jahr. So gesehen, handelt es sich nicht um eine der teuersten Versicherungen. Wenn jedoch bedacht wird, dass in der Regel nur ein Produkt mit einem Wert von grob 500 Euro abgesichert wird, dann würden 5 Jahre Laufzeit ohne Schadensfall in vielen Fällen bedeuten, dass kein Vorteil aus dem Versicherungsschutz gezogen wurde.

Welche Selbstbehalte sind vorgesehen?

Smartphone mit kaputtem Display

Bei der Reperatur von Displays wird meist nur ein Teil des Schadens getragen (c)Bigstockphoto.com/186407263/diy13

Hier kann erneut eine Abstufung je nach Wert des Geräts erfolgen. Manche Anbieter verlangen nur einen Selbstbehalt bei bestimmten Versicherungsleistungen. Ein prominentes Beispiel wären die Reparaturen von Displays. Dabei handelt es sich um die häufigste Schadensmeldung, weshalb die Versicherer nicht die gesamten Kosten tragen möchten. Diese Geschäftspraxis ist aber durchaus kritisch zu sehen, denn gerade die Schadensart, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auftritt, sollte am besten abgesichert sein.

Wie sehen die Leistungen bei Teilschäden oder Totalschaden aus?

Bei einem Teilschaden sehen die meisten Angebote eine Reparatur vor. In Ausnahmefällen werden auch Ersatzgeräte angeboten. Größere Unterschiede existieren bei der Handhabung von Totalschäden. In diesem Fall reicht die Abdeckung von gleichwertigen Ersatzgeräten über Ersatz gemäß dem Zeitwert bis hin zu Zuschüssen für einen Neukauf. Der gleichwertige Ersatz ist hier eindeutig vorzuziehen, denn nur in diesem Fallen handelt es sich um eine Handyversicherung, die den Neuwert abdeckt. Gerade bei Verlust ist diese volle Absicherung besonders wichtig.

Hinweis: Sofern nicht ein gleichwertiges Gerät ersetzt wird, muss die Höhe der Entschädigung beachtet werden. Das entsprechende Alter des Handys gibt hier den Ausschlag. Während im ersten Jahr die Kompensation noch meist die Hälfte des Kaufpreises ausmacht, sinkt dieser Wert in späteren Jahren schnell ab.

Wie lange ist die Laufzeit bei Handyversicherungen?

Ab einem gewissen Alter des Geräts macht eine Versicherung selbstverständlich keinen Sinn mehr. Aus diesem Grund lohnt sich auch die Betrachtung der Laufzeiten der einzelnen Versicherungsprodukte. Die Konditionen reichen hier von 24 Monaten bis zu 60 Monaten. Die vollen 5 Jahre sind hier eindeutig zu viel des Guten, da viele in dieser Zeit ihr Smartphone wechseln und dann eine neue Versicherung beim Neukauf abschließen können.

Hinweis: Manche Versicherungsnehmer bevorzugen ein automatisches Auslaufen des Vertrags nach einer bestimmten Zeitspanne. Diese Klausel kann bei manchen Angeboten vorgesehen sein.

Wann kann gekündigt werden?

Bei alten Handyversicherungen waren die Kündigungsfristen noch relativ unfreundlich gestaltet. Dies hat sich glücklicherweise verändert. Ein Großteil der Anbieter erlaubt mittlerweile eine monatliche Kündigung der Handyversicherung. Manche Versicherer räumen diese Möglichkeit sogar jederzeit ein.

Welche Zusatzdeckungen bietet die Police?

Smartphone stehlen

Der Versicherungsschutz bei Diebstahl wird von manchen Versicherungsgesellschaften als Zusatzleistung angeboten (c)Bigstockphoto.com/133440008/fizkes

Die einzelnen Policen können hier in verschiedenen Kategorien punkten. Leider bietet keine Versicherungsgesellschaft die volle Palette an Zusatzleistungen. Jeder muss für sich entscheiden, welche Leistung er als Priorität ansieht:

  • Versicherungsschutz bei Diebstahl oder Einbruch
  • Schutz vor Telefonmissbrauch oder Akkudefekt

Hinweis: Telefonmissbrauch wird immer nur bis zu einer bestimmten Versicherungssumme abgedeckt. Es kann sich um 200 Euro oder um 500 Euro als Maximalbetrag handeln.

Weiterführende Beiträge

http://help.orf.at/stories/2793049/
http://derstandard.at/2000030439272/Handyversicherung-Viele-Leistungsausschluesse-im-Kleingedruckten

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Oftmals werden Handyversicherungen direkt beim Kauf angeboten. Hier erfahren sie mehr über die ✔ Leistungen ✔ Selbstbehalte ➤ jetzt informieren!
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