Die Motorrad Versicherung

In Österreich ist es schon seit vielen Jahren so, dass nicht nur Autohalter zum Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung verpflichtet sind, sondern dies trifft unter anderem auch auf Eigentümer eines Motorrades zu. Grundsätzlich müssen Halter nahezu aller motorisierten Fahrzeuge zumindest eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Demzufolge gibt es in diesem Bereich nicht nur die Autoversicherung, sondern darüber hinaus auch die sogenannte Motorradversicherung. Es handelt sich dabei um einen Überbegriff, da die Motorradversicherung aus verschiedenen Komponenten bestehen kann, wie zum Beispiel neben der Haftpflichtversicherung auch aus einer Teil- oder Vollkaskoversicherung. Es gibt zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der Autoversicherung und der Motorradversicherung, da sich beide Versicherungsarten nur in Details voneinander unterscheiden.

 

Die Leistungen der Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung gehört auf jeden Fall zur Motorradversicherung und muss von allen Haltern einer zweirädrigen Maschine abgeschlossen werden. Die Hauptleistung dieser Versicherungsvariante besteht darin, dass solche Schäden ersetzt werden, die der Versicherungsnehmer an fremden Personen oder deren Eigentum verursacht hat. Dabei ist wichtig zu beachten, dass die entstandenen Schäden immer in Zusammenhang mit der Nutzung des Motorrades stehen müssen. Die Aufgabe der Versicherung besteht dann darin, den entstandenen Schaden zu regulieren und zuvor natürlich zu überprüfen, ob die angemeldeten Ansprüche des Geschädigten überhaupt berechtigt sind. Sollte die Versicherungsgesellschaft allerdings feststellen, dass der Versicherte den Schaden entweder grob fahrlässig oder sogar vorsätzlich verursacht hat, wird sie ihn in vielen Fällen in Regress nehmen. Dabei geht es dann um das sogenannte Innenverhältnis, während der Schaden natürlich im Außenverhältnis gegenüber dem Geschädigten dennoch reguliert wird.

Motorradversicherung

Die Leistungen der Teil- und Vollkaskoversicherung

In der Motorradversicherung gibt es nicht nur die Haftpflichtversicherung, sondern darüber hinaus können sich Motorradfahrer freiwillig auch noch für die Kaskoversicherung entscheiden. Hier gibt es zwei Varianten, nämlich zum einen in Form der Teilkasko- und zum anderen in Form der Vollkaskoversicherung. Im Vergleich zur Haftpflichtversicherung besteht die Aufgabe der Kaskoversicherung in erster Linie darin, solche Schäden zu regulieren, die am Fahrzeug des Versicherten und nicht an fremdem Eigentum entstanden sind.

Die Teilkaskoversicherung ist die günstigere der zwei Kasko-Varianten, beinhaltet allerdings auch einen etwas geringeren Schutz als die Vollkaskoversicherung. Daher sollten sich die Motorradfahrer im einzelnen anschauen, ob der Teilkaskoschutz ausreicht oder ob eine Vollkaskoversicherung gewünscht wird. Im Wesentlichen sind die folgenden Schadensursachen über die Teilkaskoversicherung abgedeckt:

Bei der Vollkaskoversicherung ist es so, dass die zuvor genannten Schäden ebenfalls versichert sind, da in der Vollkaskoversicherung stets automatisch eine Teilkaskoversicherung mit eingeschlossen ist. Darüber hinaus gibt es allerdings noch weitere Schadensursachen, die ausschließlich über die Vollkaskoversicherung als Teil der Motorradversicherung abgesichert werden können. Dazu gehören vor allem die nachfolgend genannten Schadensursachen:

  • Schadensverursacher nicht auffindbar (Unfall- bzw. Fahrerflucht
  • deliktunfähige Kinder als Verursacher
  • Vandalismus
  • Eigenverschulden des Versicherten
  • Benzin-Diebstahl (Tank aufgebohrt)

Wonach richten sich die Prämie?

Wer sich in Österreich für eine Motorradversicherung entscheidet, der möchte natürlich möglichst den günstigsten Tarif finden. Tatsächlich gibt es einige Faktoren, die sich auf die den Beitrag auswirken können. Dies betrifft sowohl die Haftpflicht- als auch die Kaskoversicherung. Ein wichtiger Faktor, der sich definitiv auf den zu zahlenden Beitrag auswirkt, ist die Typklasse. Sämtliche Motorräder, die im Straßenverkehr zugelassen sind, werden hier bestimmten Gruppen zugeordnet. Dabei geht es meistens darum, welcher Motorradtyp mit besonders vielen Schadensfällen verbunden ist. Wer eine solche Maschine besitzt, der muss damit rechnen, einen etwas höheren Beitrag als andere Motorradbesitzer zu zahlen. Es geht hier vor allem auch um die Art des Motorrades und darüber hinaus um die Leistung, also die PS-Zahl. Diese Faktoren sind fast noch wichtiger als Typklasse, da es bezüglich der zu zahlenden Beiträge größere Unterschiede gibt.

Darüber hinaus ist es bei Motorrädern so, dass insbesondere deren Sicherheitsausstattung ebenfalls ein Merkmal ist, welches sich negativ oder positiv auf die zu zahlende Versicherungsprämie auswirken kann. Ist das Motorrad beispielsweise mit ABS ausgestattet, so zahlen Versicherungsnehmer häufig einen günstigeren Beitrag, als wenn das Antiblockiersystem nicht verbaut ist.

Neben den zuvor genannten Faktoren gibt es noch weitere Merkmale, die sich letztendlich auf die zu zahlende Versicherungsprämie auswirken können. Dazu gehören in erster Linie:

  • jährlichen Fahrleistung in Kilometer
  • Regionalklasse
  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Unterstellort des Motorrades in der Nacht
  • Motorradart und Leistung in PS
  • Versicherungsumfang

Motorrad Unfall

Fazit zur Motorradversicherung

Die Motorradversicherung ist auch in Österreich eine sehr wichtige Versicherung für alle Halter eines Zweirades, welches motorisiert ist. Wie bei der Autoversicherung, so ist jeder Motorradhalter dazu verpflichtet, zumindest eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Darüber hinaus ist ein zusätzlicher Schutz durch die Kaskoversicherung empfehlenswert, wobei es sich keineswegs immer um eine Vollkaskoversicherung handeln muss. Die meist gewählte Versicherungskombination ist im Bereich der Motorradversicherung definitiv die Haftpflichtversicherung in Verbindung mit der Teilkaskoversicherung, durch die sehr viele Schäden finanziell abgesichert werden können.

Weiterführende Beiträge

Zusätzlich zur Motorradversicherung kann eine Teilkasko oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden. Da die Haftpflichtversicherung für Schäden an anderen verantwortlich ist, sollte auch zusätzlich eine private Krankenversicherung oder eine private Unfallversicherung überlegt werden.

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