Sterbegeldversicherung

Heutzutage ist der Tod alles andere als günstig oder gar kostenlos. Zahlreiche Kosten gehen mit dem Versterben eines Menschen einher. Früher als der Nachwuchs auch eine Form der Altersvorsorge darstellte, mussten sich die Verstorbenen keine Gedanken mehr um diese Aufwendungen machen. Heute wirkt es im Gegensatz schon etwas egoistisch, einfach den berühmten Ausspruch von Ludwig dem XV. ins Feld zu führen: Nach mir die Sintflut. Heute wissen wir, dass wir die Welt von unseren Nachkommen nur geborgt haben. Die Sterbegeldversicherung unterstreicht diese neue Sichtweise ebenso wie Bemühungen beim Klimaschutz. Darüber hinaus ist diese indirekte Form der Erbschaft weiter verbreitet, als so mancher annehmen möchte, denn auch die Wahrung des eigenen Andenkens bleibt so nicht dem Zufall überlassen.

Welche Kosten deckt diese Versicherung ab?

Erst während dem Lebensabend wird für die meisten Menschen offensichtlich, welche Kosten der eigene Tod und die Beerdigung nach sich ziehen können:

  • Überführungskosten des Leichnams
  • Bestattungskosten (Erdbestattung, Feuerbestattung oder alternativ)
  • dauerhafte Grabpflege

Gerade beim letzten Punkt kann auch ein wenig Eigeninteresse des Verstorbenen oder der Verstorbenen mitspielen, aber grundsätzlich geht es bei der Sterbegeldversicherung um die gezielte Entlastung der Nachkommen, die ansonsten für alle Kosten aufkommen müssten.

Hinweis: Wegen der Übernahme der Überführungskosten stellt sich auch die Frage , ab wann eine Sterbegeldversicherung schon sinnvoll ist. Wegen der speziellen Prämienstruktur, die wir noch besprechen werden, kann sich diese Versicherung sogar für jüngere Menschen oder gar Kinder interessant sein.

Wer bekommt das Geld bei der Sterbeversicherung?

Bei der Sterbegeldversicherung kann nur eine Person auserkoren werden

Bei der Sterbegeldversicherung kann nur eine Person auserkoren werden (c)Bigstockphoto.com/138436343/ Kasia Bialasiewicz


Im Gegensatz zu den meisten Erbschaften, bei denen in Österreich ein Pflichtteil zu berücksichtigen ist, kann der Begünstigte ganz frei gewählt werden und nur eine Person kann dazu auserkoren sein, sich um alle notwendigen Erledigungen im Todesfall zu kümmern.

Tipp: Es kann passieren, dass der Sparbetrag der Sterbegeldversicherung verfällt, wenn der Begünstigte im Ernstfall nicht erreichbar ist. Deshalb empfiehlt es sich, ein Bestattungsinstitut als Alternative bzw. zweiten Begünstigten anzugeben.

Wie sinnvoll ist eine Sterbegeldversicherung?

Dank der relativ ungewöhnlichen Kostenstruktur, die hinter einer Sterbegeldversicherung steckt, macht dieses Versicherungsprodukt für praktisch jeden Sinn. Bei einer Hausratsversicherung oder einen KFZ Haftpflicht sind wir es gewohnt, über die gesamte Laufzeit der Nutzung des Objekts Prämien zu zahlen. Bei der Sterbeversicherung kommt dies eher selten vor. Dort wird meist eine gewisse Laufzeit für die Einzahlung vorgegeben und dann wird der entsprechende Tag einfach bis zum Todesfall veranlagt. Mögliche Begrenzungen sind das 65. Lebensjahr oder das 85. Lebensjahr oder bei einem Abschluss in relativ jungen Jahren kann die Laufzeit der Sterbegeldversicherung einfach auf 25 Jahre mit relativ geringen Versicherungsprämien begrenzt sein. Trotzdem denken viele erst im hohen Alter an diese Versicherung und das Sterbegeld. In diesen Fällen darf eine potentiell Wartezeit nicht völlig außer Acht gelassen werden.

Was bedeutet die Wartezeit bei der Sterbegeldversicherung?

Wie bei Zahnzusatzversicherungen, ist auch bei vielen Policen von Sterbeversicherungen eine gewisse Wartezeit vorgesehen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Versicherung erst abgeschlossen wird, wenn der Ernstfall absehbar ist. Anderenfalls würden viele Menschen eine Zahnversicherung abschließen, wenn sie schon wissen, dass in wenigen Monaten teure Kronen fällig sind. Doch bei den Sterbegeldversicherungen existieren immer mehr Anbieter, die auf diese Wartezeit verzichten und selbst im hohen Alter noch eine Police anbieten. Es muss zwar die Höhe der Prämie bzw. Beiträge genau beachtet werden, aber ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall.

Sterbegeldversicherung oder Lebensversicherung wählen?

Die Sterbegeldversicherung unterscheidet sich von der Lebensversicherung in mehreren Punkten.

Die Sterbegeldversicherung unterscheidet sich von der Lebensversicherung in mehreren Punkten.


Genau genommen stellt sich diese Frage gar nicht so direkt, da beide Versicherungen ganz unterschiedliche Zielsetzungen erfüllen. Durch eine Lebensversicherung bzw. Ablebensversicherung, wenn man es genau nimmt, soll der Begünstigte direkt finanzielle Vorteile genießen. Bei der Sterbeversicherung wird der Begünstigte zwar finanziell entlastet, aber es kann sogar sein, dass er kaum Bargeld zu Gesicht bekommt und der Versicherer die Versicherungssumme direkt an die diversen Dienstleister, wie das Bestattungsinstitut oder den Friedhof, auszahlt. In dieser Hinsicht lassen sich die Versicherungsprodukte gar nicht vergleichen, obwohl sie teilweise gemeinsam haben, dass nur über eine vordefinierte Laufzeit hinweg Prämienzahlungen erfolgen.

Die Vorteile der Sterbeversicherung auf einen Blick

Es sollte mittlerweile auf der Hand liegen, dass die Sterbegeldversicherung alle Kosten abdeckt, die durch das eigene Ableben entstehen. Aber gerade weil es sich dabei um ein Thema handelt, welches gerne hinausgeschoben und sehr ungern besprochen wird, wollen wir nochmal den vielfältigen Nutzen einer solchen Absicherung zusammenfassen:

  • Der Abschied kann nach den eigenen Wünschen gestaltet werden
  • Die Hinterbliebenen können sich auf die Trauer konzentrieren
  • Die Bestattung erfolgt garantiert in der Heimat
  • Genießen Sie sorglos ihren Lebensabend

Hinweis: Die Höhe der jeweiligen Sterbegeldversicherung orientiert sich unter anderem auch an diesen Punkten. Wie soll der Abschied beispielsweise gestaltet sein? Das Sterbegeld muss zu dieser Vorstellung passen.

Weiterführende Informationen

https://www.welt.de/finanzen/article159301313/Bitte-beerdigen-Sie-Ihre-Sterbegeldversicherung.html
http://derstandard.at/1287099609216/Sterbeversicherung-Vorsorge-fuer-die-letzte-Ruhestaette

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