Die private Unfallversicherung

In Österreich sind die weitaus meisten Arbeitnehmer über die gesetzliche Unfallversicherung finanziell abgesichert, falls bestimmte Gesundheitsschäden auftreten sollten. Allerdings hat diese Versicherung einen großen Nachteil, nämlich dass es nur zwei Arten von Versicherungsfällen gibt, bei deren Auftreten diese gesetzlich verankerte Versicherung eintritt. Der erste Versicherungsfall ist ein möglicher Arbeitsunfall, bei dem es sich um einen Unfall handelt, der entweder an der Arbeitsstätte selbst oder auf dem Weg zur Arbeit passiert ist. Der zweite Versicherungsfall ist eine Berufskrankheit, die ausschließlich auf die ausgeübte Tätigkeit zurückzuführen ist, was in der Praxis häufig schwer zu beweisen ist. Für alle anderen Risiken, zum Beispiel Unfälle in der Freizeit sind diese Versicherungen nicht zuständig. Genau aus diesem Grund ist es sehr empfehlenswert, dass sich Bürger zusätzlich über eine Unfallversicherung absichern.

 

Was ist die private Unfallversicherung

Zwar sind über die zuvor genannte gesetzliche Unfallversicherung bereits einige Risiken versichert, jedoch ist es statistisch erwiesen, dass sich die meisten Unfälle weder am Arbeitsplatz noch auf dem Weg zur Arbeit ereignen, sondern im Privatbereich. Das kann beispielsweise bei Sportveranstaltungen oder im Straßenverkehr sein. Da die gesetzliche Variante hier nicht greift, ist es den weitaus meisten Verbrauchern in Österreich zu empfehlen, sich zusätzlich für eine private Versicherung zu entscheiden. Eine derartige Versicherung hat den wesentlichen Vorteil, dass sie zeitlich nicht eingeschränkt ist, sondern auch in der Freizeit rund um die Uhr gilt. Darüber hinaus greift der Versicherungsschutz an jedem Ort, sowohl im Inland als auch im Ausland und vollkommen unabhängig von der beruflichen Tätigkeit.

Unfallversicherung

Welche Leistungen beinhaltet die private Unfallversicherung?

Bei der gesetzlichen Unfallversicherung ist es so, dass es bezüglich der Schäden nur „Schwarz“ oder „Weiß“ gibt. Entweder wird der Unfall anerkannt, dann erhält der Versicherungsnehmer die komplette, zugesagte Leistung. Wird der Unfall hingegen nicht anerkannt, erhält der Verbraucher gar nichts. Anders stellt sich die Situation hingegen bei dieser Versicherung dar, denn hier gibt es mehrere Leistungen, die je nach Unfall auch aus unterschiedlichen Teilen bestehen können. Die Hauptleistung der zusätlichen Unfallversicherung besteht aus Sicht der Versicherungsgesellschaft eindeutig darin, nach einem Unfall mit dauerhaften Verletzungsfolgen eine bestimmte Invaliditäts – Summe zu zahlen. Die Invaliditäts – Summe als Grundlage wird zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss vereinbart und kann beispielsweise 100.000 Euro betragen. Diese wird ausbezahlt, wenn ein Versicherungsnehmer aufgrund eines Unfalls an einer dauerhaften Invalidität leidet.

Die Gliedertaxe

Nun erhält der Kunde allerdings keineswegs bei jedem Unfall mit Verletzungsfolgen diesen Betrag ausgezahlt, sondern auf Basis der sogenannten Gliedertaxe wird in aller Regel ein festgelegter Prozentsatz ausgezahlt. In der Gliedertaxe ist genau definiert, welche Prozentsätze für welche Art von Verletzungen gelten. So kann es beispielsweise passieren, dass der Versicherungsnehmer auf Basis der Gliedertaxe eine Auszahlung von 25.000 Euro (25 Prozent) erhält, falls er bei einem Unfall einen Finger verliert. Auf ähnliche Art und Weise sind die am häufigsten vorkommenden Verletzungen über die Gliedertaxe definiert, sodass auf Basis der Grundinvaliditätssumme stets klar ist, mit welcher Auszahlung der Versicherte rechnen kann.

Weitere Leistungen der privaten Unfallversicherung

Zu den Leistungen gehört allerdings keineswegs nur die Invaliditäts – Summe, sondern es können im Vertrag noch weitere vereinbart werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Zahlung einer lebenslangen Unfallrente
  • Soforthilfen am Unfallort
  • Todesfallabsicherung
  • Bergungskostenübernahme
  • Stellen einer Haushaltshilfe
  • Rücktransport in die Heimat bei einem Unfall im Ausland
  • Zahlung von Taggeld

Die Unfallrente

Neben der Invaliditäts – Leistung ist sicherlich die Vereinbarung eines dauerhaften Rentenbeitrags eine Leistung, die im Zuge dieser Unfallversicherung von besonderer Bedeutung ist und häufig genutzt wird. Zwar trägt bereits die Auszahlung der Invaliditätssumme oftmals dazu bei, dass die finanziellen Folgen des Unfalls zunächst abgedeckt werden können. Insbesondere dann, wenn aus den Verletzungen eine dauerhafte Berufsunfähigkeit resultiert, reicht die gezahlte Invaliditätssumme allerdings selten aus, um die dadurch entstehenden Einkommenseinbußen zu kompensieren. Daher ist es in vielen Fällen sinnvoll, zusätzlich eine solche Rente zu vereinbaren. Diese Rente wird dann gezahlt, falls sich aus dem Unfall eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit ergibt, sodass die sie in gewisser Weise mit der Berufsunfähigkeitsrente zu vergleichen ist. Zu beachten ist jedoch, dass dieser Beitrag natürlich nur dann gezahlt wird, wenn die Verletzungen oder Erkrankungen die Folge eines Unfalls ist.

Kosten der privaten Unfallversicherung

Wer mit dem Gedanken spielt, eine private Unfallversicherung zur zusätzlichen Absicherung abzuschließen, den interessiert natürlich auch die Höhe des zu zahlenden Beitrages. Pauschale Aussagen gibt es in dem Bereich nicht, was unter anderem damit zu tun hat, dass es zu viele Anbieter sowie Tarife gibt und sich die Höhe der Beiträge teilweise deutlich unterscheidet. Darüber hinaus gibt es diverse Faktoren, die sich auf die zu zahlende Versicherungsprämie auswirken können. Zu diesen Einflussfaktoren gehören unter anderem:

  • Höhe der Grundinvaliditätssumme
  • eventuelle Progression bei der Invaliditätssumme
  • Beruf des Versicherungsnehmers
  • Höhe der vereinbarten Unfallrente
  • Absicherung zusätzlicher Risiken
  • Alter des Versicherungsnehmers bei Abschluss des Vertrages

Wie an der vorherigen Aufzählung zu erkennen ist, gibt es durchaus einige Faktoren, die sich auf die Höhe des Beitrages zur zusätzlichen Unfallversicherung auswirken können. Den größten Anteil macht sicherlich die Invaliditätssumme aus, welche die Basis für jede Unfallversicherung ist. Teurer wird der Beitrag definitiv um einiges, falls sich der Verbraucher entscheidet, die Absicherung in Form der Unfallrente ebenfalls in den Vertrag aufzunehmen. Hier spielt im Wesentlichen die Höhe der monatlichen Rente eine Rolle, sodass sich der Beitrag durchaus um 30 bis 40 Prozent erhöhen kann, falls statt einer monatlichen Rente von 500 Euro beispielsweise 1.000 oder 1.500 Euro gezahlt werden sollen.

Unfallversicherung

Der Beruf und das Alter des Versicherten wirken sich – wie bei vielen Personenversicherungen – ebenfalls auf die Höhe der zu zahlende Versicherungsprämie aus. Die meisten Unfallversicherer stufen ihre Kunden in zwei oder drei Berufsgruppen ein, die häufig in Gefahrenklassen „A“, „B“ und „C“ eingeteilt werden. Besonders günstig können sich in aller Regel Bürger versichern, die sogenannte Bürojobs ausführen. Das Unfallrisiko ist hier natürlich deutlich geringer als zum Beispiel auf dem Bau. Wer eine besonders gefährliche Sportart ausübt, beispielsweise Motocross fahren oder Free-Climbing, der muss damit rechnen, einen Beitragsaufschlag zu zahlen.

Die Kinder – Unfallversicherung

Nicht nur Erwachsene sind immer einem gewissen Risiko ausgesetzt, das zu einem Unfall führen kann, sondern solche Gefahren lauern in besonderem Maße auch auf Kinder. Daher ist es in sehr vielen Fällen sinnvoll, dass auch Minderjährige bereits über eine private Unfallversicherung versichert werden, auch wenn es in diesem Fall noch keine Einkommen gibt, welches in der Form abgesichert werden muss. Trotzdem kann natürlich ein Unfall bei Kindern dazu führen, dass eine lebenslange Berufsunfähigkeit eintritt und das Kind nie ein geregeltes Einkommen erzielen kann. Zu diesem Zweck bieten zahlreiche Versicherer spezielle Kinder-Unfallversicherungen an. Alternativ kann auch die Kinderinvaliditätsversicherung eine Möglichkeit sein, viele Gesundheitsrisiken zumindest in finanzieller Hinsicht abzusichern.

Insgesamt betrachtet gehört die private Unfallversicherung in Österreich definitiv zu den Versicherungsarten, die als sehr sinnvoll bezeichnet werden können. Besonders wichtig ist diese Versicherung natürlich für Selbstständige und Freiberufler, die nicht einmal während ihrer Arbeitszeit durch eine gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind. Doch auch für andere kann diese Versicherung als zusätlicher Schutz angesehen werden, besonders deshalb weil er rund um die Uhr gilt.

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Wenn beim Krankenhausaufenthalt Sonderleistungen wie zum Beispeil freie Arztwahl gefordert werden gibt es eine spezielle Krankenzusatzversicherung. Zusätzlich kann man auch noch eine KFZ-Unfallversicherung abschließen.

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