Versicherungsdatenauszug

Jeder der in eine Pflichtversicherung einzahlt, besitzt auch das Anrecht über die dort gespeicherten Daten informiert zu werden. Aus diesem Grund legen die Sozialversicherungsträger auch besonderen Wert auf eine unkomplizierte Anforderung des jeweiligen Auszugs. Dies kann ganz komfortabel und online von Zuhause aus geschehen. Dazu ist nur eine Handy-Signatur, eine Bürgerkarte oder der Benutzername und das Passwort bei der jeweiligen Krankenkasse notwendig. In der Regel sollte schon kurz nach der Anforderung der komplette Auszug auf dem Postweg eintreffen und mit diesem Informationsansuchen sind nicht einmal Kosten verbunden. Doch wofür wird solch ein Versicherungsdatenauszug eigentlich benötigt und über welche Daten gibt der Auszug genaue Auskunft?

Hinweis: Jeder muss natürlich wissen, bei welcher Krankenkasse der Antrag für den Versicherungsdatenauszug zu stellen ist. Selbstständige und Freiberufler wenden sich an die SVA und normale Arbeitnehmer an die jeweilige GKK ihres Bundeslandes (z.B TGKK für Tirol oder KGKK für Kärnten). Die Formulare für den Antrag finden sich direkt auf den Webseiten der Krankenkassen.

Was steht auf einem Versicherungsdatenauszug drauf?

In erster Linie soll diese Auskunft über die jeweils angehäuften Versicherungszeiten unterrichten. Deshalb werden in dem Auszug alle Zeiten aufgelistet, in denen eine Pflichtversicherung durch eine unselbstständige oder selbstständige Tätigkeit bestand. Darüber hinaus können auch Zeiten enthalten sein, in denen freiwillig Beiträge eingezahlt wurden. Ebenso können Ersatzzeiten, in denen beispielsweise Kinder betreut wurden, zu gültigen Versicherungszeiten beitragen.

Bei der Angabe der Zeiten geht es vor allem um die Pensionsversicherung. Krankenversicherungs- oder Unfallversicherungsbeiträge gelten in dieser Hinsicht eher als zweitrangig. Aus diesem Grund sollten Informationen zu diesen Versicherungen eher anderenorts, beispielsweise über die e-card Auskunft, eingeholt werden.

Bezüglich der Beitragshöhe werden im Auszug die jeweiligen Beitragsgrundlagen angegeben. Diese ergeben sich in der Regel durch das jeweilige Bruttogehalt. Sofern die Höchstbemessungsgrundlage überschritten wird, findet sich jedoch nur dieser Wert in der Auskunft. Wenn in bestimmten Phasen weniger als die Geringfügigkeitsgrenze verdient wurde, so scheinen diese Zeitperioden nicht auf, da keine Leistungen an die Pensionsversicherung gingen. Eine Ausnahme ist auch hier die freiwillige Selbstversicherung. Bei Freiberuflern oder Tätigkeiten in der Landwirtschaft errechnet sich die BG durch den Einkommenssteuerbescheid oder den Versicherungswert der landwirtschaftlichen Liegenschaft.

Wann wird ein Auszug benötigt?

Beim Wechsel des Arbeitgebers ist ein Versicherungsdatenauszug notwendig.

Beim Wechsel des Arbeitgebers ist ein Versicherungsdatenauszug notwendig.(c)Bigstockphoto.com/145188365/AntonioGuillem

Der Versicherungsdatenauszug stellt zwar immer eine interessante Information dar, aber zu manchen Anlässen ist die Vorlage sogar Pflicht. Der Hauptgrund für eine verpflichtende Vorlage ist der Wechsel des Arbeitgebers. Dieser möchte über den Auszug einige Informationen erhalten bzw. nachprüfen:

  • Wie viel wurde früher verdient (BG)?
  • Welche Arbeitsverhältnisse bestanden tatsächlich (Art der Krankenkasse)?
  • Wann besteht ein Anrecht auf die 6. Urlaubswoche?

Hinweis: Selbstständige und Arbeitnehmer, die im Ausland tätig sind, müssen sich selbst darum kümmern, dass alle wichtigen Daten an die wichtigen Sozialversicherungsträger übermittelt werden.

Wo bekommt man den Versicherungsdatenauszug?

Obwohl wir eingangs schon erwähnt haben, dass der Auszug einfach und online zu erhalten ist, hält sich auch sehr wacker das Gerücht, dass nur nach Vorlage eines Personalausweises in einer Geschäftsstelle der jeweiligen Krankenkasse ein Versicherungsdatenauszug zu bekommen ist. Dies wird immer wieder mit dem Datenschutz begründet. Doch tatsächlich ist der Versicherungsdatenauszug online oder vor Ort persönlich zu bekommen, da mittlerweile viele Wege existieren um sich auch über das Netz, beispielsweise mit der Bürgerkarte, auszuweisen.

Tipp: Gerade, wenn es schnell gehen sollte, muss der Komfort etwas hinten angestellt werden. Über den Postweg kann es in Einzelfällen nämlich einige Wochen dauern bis der angeforderte Versicherungsdatenauszug eintrifft.

Woher kommen die Daten im Auszug?

Diverse Stellen sind dazu verpflichtet, wichtige Informationen an die jeweiligen Krankenkassen zu melden. Im Regelfall handelt es sich dabei um den Arbeitgeber bzw. Dienstgeber. Aber ebenso die Arbeitsämter und eventuell Krankenhäuser müssen dieser Pflicht nachgehen. Nach einer Prüfung in Kooperation mit den Finanzbehörden werden alle eingehenden Daten gesammelt erfasst, weshalb eben dort die Versicherten den Versicherungsdatenauszug anfordern können.

Hinweis: Natürlich kann die Übermittlung der Daten erst nach entsprechender Anmeldung der neuen Tätigkeit erfolgen. Dies ist gerade bei Versicherungsdatenauszug wichtig, da diese Auskunft stark mit der Pensionsversicherung zusammenhängt. Der Tacho für diese Teilversicherung beginnt meist erst ab Eingang der zugehörigen Meldung zu rennen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Pensionsversicherung von der Kranken- oder Arbeitslosenversicherung.

Weiterführende Informationen

https://futurezone.at/netzpolitik/polizei-zugriff-auf-sozialversicherungsdaten-soll-geprueft-werden/192.878.154
http://diepresse.com/home/meingeld/1388825/Pensionskonto_Auf-der-Suche-nach-Versicherungsluecken

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